Die klassische Reitlehre in der Praxis gemäß der H.Dv.12

Gert Schwabl von Gordon ist 1928 geboren. Er hat sein Wissen von seinem Vater Walter Schwabl, der als Reitlehrer an der Kavallerieschule Hannover tätig war und für die Olympischen Spiele 1928 vorgesehen war.Gert Schwabl von Gordon hat damit als einer der wenigen Reitlehrer sein Wissen über die Ausbildung gemäß der Reitvorschrift durch seinen Vater unverfälscht aus erster Hand. 

Gert Schwabl von Gordon ist bis heute mein prägender Ausbilder, zu dem ich in sehr engem Kontakt stehe. Aus dieser Zusammenarbeit sind bisher drei Bücher beim Olms Verlag entstanden. Ein viertes Buch über den Reitunterricht ist inhaltlich fertig gestellt und wird spätestens im Frühjahr 2019 erscheinen. Ein fünftes Buch ist bereits in Arbeit. 


 

 

 

Buchvorschau

 

 

"Die klassische Reitlehre in der Praxis gemäß der H.Dv. 12" (Olms Verlag, 2011)

Die H.Dv.12 (Reitvorschrift) von 1912, 1926 und 1937 ist in Antiquariaten noch erhältlich. Die Reitvorschrift war ursprünglich für Offiziere geschrieben, die schon sehr erfahren in der Pferdeausbildung waren und deshalb wurde die H.Dv. 12 damals sehr kurz und knapp verfasst. Aufgrund der fehlenden Erläuterungen wurde die H.Dv. 12 oft falsch verstanden und nicht korrekt weitergegeben und vor allem in der Praxis heutzutage vielfach nicht korrekt umgesetzt. "Die klassische Reitlehre in der Praxis gemäß der H.Dv. 12" bietet erstmals die genaue, für jeden interessierten Reiter nun verständliche ausführliche Erklärung der Heeresdienstvorschrift von 1912.




Buch Die klassische Reitlehre

                                                   Gert Schwabl von Gordon und Bianca Rieskamp


„Die klassische Reitlehre in der Praxis gemäß der H.Dv. 12“ wurde von Gert Schwabl von Gordon (staatl. gepr. Reitlehrer, Schüler von W. Schwabl, der Ausbilder an der Kavallerieschule Hannover war), einer der letzten aktiven indirekten Repräsentanten der Kavallerieschule Hannover, und Bianca Rieskamp (Pferdewirtin FN (Schwerpunkt Reiten), Buchautorin, Fortbildungen u.a. bei Dr. Gerd Heuschmann, E.v. Neindorff) verfasst. Gert Schwabl von Gordon behandelt in seiner ihm eigenen Sprache der alten Meister jedes einzelne Thema der Reitlehre und Bianca Rieskamp erklärt ausführlich in moderner Schreibweise, wie die Ausführungen eines klassisch ausbildenden Reitlehrers wie Gert Schwabl von Gordon zu verstehen sind und wie das Jeweilige in die Praxis umzusetzen ist. So werden die Begriffe und die Reihenfolge der klassischen Reitlehre unverfälscht erklärt und für jeden Reiter und Ausbilder verständlich. Dabei wird auch auf eventuell auftretende Probleme eingegangen und besonders Augenmerk auf das Gefühl des Reiters und die Achtung vor dem Pferd gelegt. Dieses Buch ist also durch die Thematik und die Schreibweise für jeden interessant: Für den langjährig erfahrenen Reiter ebenso wie für die junge Reitschülerin, die sich weiterbilden möchte sowie für die Ausbilder, kurz,
für alle, die wirklich klassisch und damit pferdegerecht reiten und ausbilden wollen. Dabei werden alle Themen von der Grundausbildung bis zu den höchsten Lektionen behandelt und auch der Leser, der etwas über die Korrektur von Pferden wissen möchte, erhält wertvolle Tipps. Über 300 Fotos mit ausführlichen Erklärungen zeigen dem Leser detailliert auf, wie ein richtig ausgebildetes Pferd gehen soll und woran man erkennt, ob ein Pferd korrekt klassisch ausgebildet wurde. Dabei zeigen Pferde aller Rassen auf den Fotos, wie eine pferdegerechte Ausbildung gemäß der klassischen Reitlehre stattfinden sollte. Der Inhalt behandelt unter anderem folgende Themen:

  • warum die heutige Reiterei in der Regel nicht mehr klassisch ist

  • die Ausbildung gemäß der H.Dv. 12 und die Prinzipien der klassischen Reitlehre

  • der Sitz des Reiters und die Hilfengebung

  • das korrekte Longieren des Pferdes

  • der natürliche Gang, das Erarbeiten des Taktes und der Losgelassenheit

  • die Anlehnung in der Tiefe beim jungen Pferd und beim Korrekturpferd

  • die Entwicklung der Schubkraft und des Ganges

  • der Weg zur korrekten, und damit weichen, Anlehnung und wie man diese erkennt

  • die Entwicklung der ersten Lektionen wie die Vorhandwendung und das Schenkelweichen

  • das Erarbeiten der Längsbiegung, ganze und halbe Paraden

  • das Geraderichten und das Reiten mit einhändiger Zügelführung

  • die Arbeit an der Hand gemäß der klassischen Reitlehre

  • beginnende Versammlung

  • die Entwicklung des Galopps

  • das Rückwärtsrichten, die Hinterhand- und Kurzkehrtwendung

  • Vorbereitung der Seitengänge durch Schultervor, Reiten in Stellung, Zirkel verkleinern und vergrößern

  • die Seitengänge

  • Reiten auf Kandare

  • Steigerung der Versammlung

  • einfache und fliegende Galoppwechsel, Galopppirouetten

  • Piaffe und Passage



Durch die zahlreichen Fotos mit den ausführlichen Erklärungen bekommt der Leser einen Blick dafür, was denn nun ein klassisch ausgebildetes Pferd ausmacht. Am Ende vieler Kapitel befindet sich eine Zusammenfassung des Inhaltes, die das kurze nochmal Nachlesen für den Leser leicht macht.

 

Die klassiche Reitlehre in der Praxis

Zügel aus der Hand kauen lassen bis zur Schnalle

 

Auszug aus dem Kapitel " Die Losgelassenheit in Verbindung mit dem Zügel-aus-der-Hand-kauen-Lassen" von Major a. D. Paul Stecken

 In den letzten vier bis fünf Jahrzehnten wurde durch die Pferdezucht unter anderem die Halsform der Pferde und damit auch die Leichtrittigkeit erheblich verbessert. Die Dehnungsbereitschaft, das wichtige Annehmen des Gebisses an der Senkrechten und dadurch der lockere Rücken sowie die tätige Hinterhand konnten wegen der verbesserten Hälse nur noch durch gefühlvolle Zügelhilfen erreicht werden.

Bereits vor dem Kriege war es beim Lösen junger und alter Remonten, aber auch bei älteren Pferden, ohne viel darüber zu reden selbstverständlich, innerhalb einer Reitstunde (circa 45 Minuten) mindestens fünf- bis sechsmal mal auf jeder Hand für 8 bis 10 Meter die Zügel aus der Hand kauen zu lassen. Erreicht wurde dadurch die erforderliche Lockerung des Rückens, vor allem damit sich die richtige Rückenmuskulatur für das Reitergewicht bilden konnte. Nach dem Kriege war dieser Ausbildungsgrundsatz des Zügel–aus-der-Hand-kauen-Lassens, um beim Anreiten junger Pferde den lockeren Rücken als Bewegungszentrum zu erreichen, und auch bei älteren Pferden während des Reitens den hergegebenen Rücken und damit den ruhigen Schweif zu erhalten, fast in Vergessenheit geraten

Erst als durch die Zuchtverbesserungen ab 1970 das Reiten immer leichter wurde, die Rückenschwierigkeiten häufiger auftraten und die Behandlung durch Tierärzte – unter anderem auch Spritzen in den Rücken – nicht mehr ausreichte, erinnerten sich einige Ausbilder an die Lockerung des Rückens durch richtiges Zügel-aus-der-Hand-kauen-Lassen bis zur Schnalle. Nur so konnte bei fallengelassenem Hals das Hergeben (Lockern) des Rückens als Bewegungszentrum erreicht werden. Der Reiter konnte ohne Spannung und bei ruhiger Schweifhaltung (die Schweifrübe ist die Verlängerung des Rückens) zum unerlässlichen wertvollen Treiben kommen."

 

 

Die klassische Reitlehre

                                     Arbeit mit Anlehnung in der Tiefe an der Longe

 

Die klassische Reitlehre in der Praxis

                                 Einhändige Zügelführung auf Trense 

 

Die klassische Reitlehre

                                 Ausbildung im Gelände

 

Die klassische Reitlehre

                                 3:1 Führung auf Kandare

Die klassische Reitlehre in der Praxis

                                  Entwicklung der halben Tritte

 

 

 

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